Euer Album ‚Jupiter Jones’ ist ab durch die Decke und seitdem nicht mehr zurück. Was gefällt euch am Album am besten? Worauf seid ihr am meisten stolz?
Am meisten stolz? Wahrscheinlich darauf, dass sich unser Durchhaltevermögen ausgezahlt hat. Die Band gibt es nun neun Jahre und in den ersten acht davon war wirklich nicht abzusehen, dass wir einmal solch einen Erfolg haben werden wie mit „Still“. Was uns am aktuellen Album am besten gefällt, ist wahrscheinlich, dass wir zu 100 Prozent dazu stehen können. Wir könnten jeden Song davon live spielen und er würde auf einem Konzert auch funktionieren. Ich glaube wir sind mittlerweile sowas wie angekommen, was Sound und Songstrukturen angeht.


In einem Interview habe ich von dem Bandmotto gelesen: ‚Live your heart and never follow.’ Wie kam es dazu?
Die Textzeile stammt von der Band Hot Water Music, eine der wenigen Bands, auf die wir uns alle 4 einigen können, weil wir ansonsten doch sehr unterschiedlichen Musikgeschmack haben. Und ich glaube dieser „Leitgedanke“ findet bei uns fast jeden Tag statt, einfach indem wir im Moment das machen, worauf wir am meisten Lust haben, davon sogar noch unsere Miete bezahlen können und trotzdem sagen können, wir machen das alles, was wir gerade tun, aus tiefstem Herzen.

Viele unserer Leserinnen und Leser stehen gerade vor der Entscheidung, sich beruflich für die eine oder die andere Richtung zu entscheiden. Wie findet man die passende Lösung und nicht nur den Kompromiss?
Ich glaube, sobald die Entscheidung für einen Beruf mit einem Kompromiss einhergeht, kann es schon nicht ganz die richtige sein. Natürlich kann nicht jeder Mensch seinen absoluten Traumjob ausüben, wahrscheinlich sogar die wenigsten. Ich weiß jetzt auch gar nicht, ob wir da überhaupt gute Ratschläge geben können, schließlich hatten wir im Prinzip auch eine ganze Menge Glück.

Wie sieht es bei euch mit dem aus, was Handwerk ist und bietet?
Also Marco, unser Schlagzeuger baut im Moment sein kleines Häuschen, welches er sich zusammen mit seiner Freundin in der Eifel gekauft hat um, und arbeitet da Tag für Tag, zumindest wenn wir nicht unterwegs sind. Vieles hat er selbst gemacht, anscheinend hat er doch ein bisschen handwerkliche Begabung. Ansonsten stehen wir dem Handwerk natürlich sehr positiv gegenüber, viele unserer Crew-Mitglieder haben eine handwerkliche Ausbildung hinter sich und das hilft uns auf Tour natürlich ungemein.

   

Zurück zur Musik. Was erwartet uns 2012?
Zunächst einmal wollen wir Anfang des Jahres eine kleinere Pause von ca. 6 Wochen machen, da kann jeder mal entspannen, in Urlaub fahren und alles, was so dieses Jahr passiert ist, sacken lassen. Dann spielen wir natürlich wieder jede Menge Festivals im Sommer, immer eine der schönsten Zeiten im Leben einer Band und dann wollen wir uns auch schon wieder an neue Songs setzen, um dann vielleicht 2013 schon das nächste Album raushauen zu können.

Gibt es etwas, das sich die Band für sich selbst wünscht?
Das, was sich wohl jede Band wünscht - noch sehr lange so weitermachen zu können.

Ein Wunsch an die Fans?
Macht noch sehr lange weiter so!


Kurz und am liebsten ganz knapp:
Musik, die im Tourbus läuft… Hot Water Music, Foo Fighters, The Weakerthans.
Jupiter Jones ist am besten… auf der Bühne.
Wenn’s mal kracht… kracht´s ordentlich.
Vor dem Auftritt… sind wir nervöse kleine Schuljungen.
Nach dem Konzert… wird geraucht.
Ein persönliches Jupiter Jones Highlight… war die Rheinkultur dieses Jahr mit ca. 50-70.000 Besuchern.
Nachwuchsbands, die man gehört haben sollte… Monoshoque!