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Kombinierte Ausbildung

Zusatzqualifikationen

Zusatzqualifikationen dienen der beruflichen Spezialisierung und/oder der Erweiterung von Kenntnissen und Fertigkeiten. Das Angebot von Zusatzqualifikationen richtet sich an Auszubildende im Dualen System und ergänzt die Ausbildung durch zusätzliche Inhalte, die nicht in der Ausbildungsordnung eines Berufes vorgeschrieben sind. Die Qualifizierungen finden während der Berufsausbildung statt oder beginnen unmittelbar nach Abschluss der Ausbildung und weisen einen gewissen zeitlichen Mindestumfang auf.

Inhalte sind z. B.: spezielle technische Anwenderkenntnisse (z.B. CNC-Technik), EDV- und Informationstechnik, allgemeine und berufsbezogene Fremdsprachenkenntnisse, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Schlüsselqualifikationen (z. B. Kommunikationstraining). Durch den Erwerb von Zusatzqualifikationen verbessern Auszubildende langfristig ihre Arbeitsmarktchancen, da sie über einen Wissensvorsprung verfügen. Dadurch gelten sie als motiviert und leistungsbereit, können ihre Ausbildung mitgestalten, sparen Zeit und verbessern ihre Chance auf Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung.

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Zusatzqualifikationen im Ausbildungsbetrieb

Viele Ausbildungsbetriebe bieten ihren Lehrlingen an, während der Ausbildung Zusatzqualifikationen zu erwerben. Dabei können Auszubildende z.B gezielt auf spezifische Qualifikationserfordernisse im jeweiligen Ausbildungsbetrieb vorbereitet werden. Über Art und Umfang der Qualifizierung entscheidet der Betrieb. Dabei entwickelt er selbst Konzepte und Qualifizierungsmodelle oder nimmt Ausbildungs- und/oder Prüfungsleistungen externer Bildungsanbieter in Anspruch. Organisation und Umfang der Zusatzqualifikationen variieren teilweise stark. Betriebe orientieren sich an ihrem Qualifikationsbedarf, der durch die Inhalte der jeweiligen Ausbildungsberufe nicht vollständig abgedeckt wird. Die Auszubildenden werden während der betrieblichen Ausbildungszeit qualifiziert.

Zusatzqualifikationen an der Berufsschule

Zusatzqualifikationen an den Berufskollegs sind entweder in den Fachunterricht integriert oder finden in der Freizeit der Auszubildenden (abends oder samstags) statt. Am häufigsten werden kaufmännische, Fremdsprachen- und EDV-Qualifizierungen angeboten. Die Zusatzqualifikationen werden mit schulinternen Zusatzprüfungen abgeschlossen und der Auszubildende erhält ein Zertifikat. Berufsschulen, die Zusatzqualifikationen anbieten, steigern die Ausbildungsqualität für leistungsstarke Jugendliche und erhöhen so die Motivation ihrer Schüler.

Zusatzqualifikationen mit Beteiligung von Handwerkskammern

Bei Zusatzqualifikationen mit Beteiligung der Handwerkskammern erhalten Auszubildende zusätzlichen Unterricht in den Bildungszentren der Kammern, im Betrieb oder am Berufskolleg. Diese Qualifikationen schließen mit einer Kammerprüfung ab, die zusätzlich zur Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf abgelegt und/oder von der Kammer zertifiziert wird. Kammern die Auszubildenden Zusatzqualifikationen anbieten, decken vorhandenen Qualifizierungsbedarf der Ausbildungsbetriebe und Auszubildenden in ihrem Kammerbezirk ab und steigern damit die Ausbildungsmotivation der Betriebe und die Ausbildungsqualität. Ein Beispiel hierfür ist die Ausbildung zum Betriebsassistenten im Handwerk:

Betriebsassistent im Handwerk

Auszubildende mit Abitur oder Fachabitur können sich bereits während der Lehre zum Betriebsassistenten im Handwerk weiterqualifizieren. Im Rahmen dieser kaufmännischen Zusatzqualifikation erhalten sie zusätzlichen Unterricht in Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsrecht, modernen Kommunikations- und Verkaufstechniken sowie Wirtschaftsenglisch. Der Unterricht findet meistens samstags statt. Am Ende der Ausbildung erreicht der Lehrling folgende Qualifikationen:

  • Gesellin/Geselle
  • Betriebsassistent/-in im Handwerk
  • Teil III der Meisterprüfung
  • Zugangsberechtigung zur Akademie des Handwerks mit der Ausbildung zum Betriebswirt des Handwerks

Weitere Auskünfte erteilen die Aus- oder Weiterbildungsberater der Handwerkskammern.

Zusätzlicher Erwerb eines Schulabschlusses

Parallel zur Berufsausbildung können aber auch Fachhochschul- und Hochschulreife durch zusätzlichen Unterricht am Berufskolleg in allgemeinbildenden Fächern und einer Fremdsprache erworben werden. Neben der Abschlussprüfung wird dann am Ende der Ausbildung die Fachhochschulprüfung abgelegt.

Ausbildungsintegrierende Duale Studiengänge

Diese Zusatzqualifikation bietet die Möglichkeit, eine Berufsausbildung in einem Handwerksbetrieb und ein Studium gleichzeitig zu absolvieren. Vor allem Fachhochschulen bieten in Ingenieurwissenschaften, Betriebswirtschaftslehre, Informatik und Wirtschaftsinformatik Duale Studiengänge an. Während der ersten Semester läuft das Studium parallel zur Ausbildung im Betrieb. Meist wird das Grundstudium zeitlich gestreckt: Die dadurch gewonnene Zeit wird für die Qualifizierung im Betrieb und in der Berufsschule genutzt. Auch während der Semesterferien sind häufig Ausbildungsabschnitte im Betrieb eingeplant. Nach zwei bis drei Jahren erfolgt die Gesellen- bzw. Abschlussprüfung. Aber auch danach wird der Kontakt zum Betrieb in Form von regelmäßiger Mitarbeit, Praxissemestern und Projektarbeit im Rahmen der Diplomarbeit aufrecht erhalten.

Am Ende der meist vier- bis fünfjährigen Ausbildungs- und Studienzeit hat der Absolvent sowohl einen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf als auch ein (Fach-) Hochschuldiplom in der Tasche.

Als Zulassungsvoraussetzung für einen dualen Studiengang ist eine Hochschulzugangsberechtigung notwendig, in der Regel Fachhochschulreife oder Abitur. Zumeist ist auch ein abgeschlossener Ausbildungs- oder Kooperationsvertrag mit einem Betrieb die Voraussetzung für die Einschreibung. Näheres erfahren Sie bei den Studierendensekretariaten der jeweiligen Hochschulen.

Europaassistent/in im Handwerk

Fremdsprachen lernen, Europa- und Länderkunde betreiben, interkulturelle Kompetenzen erwerben, Europäisches Waren- und Wirtschaftsrecht erfahren. Kompakt und konkret, parallel zur Berufsausbildung: In der Zusatzqualifikation 'Europaassistent/in im Handwerk'. Die Voraussetzung: (Fach-) Hochschulreife oder - vorausgesetzt die Berufsschullehrer stimmen zu - eine Fachoberschulreife. Zudem muss der Ausbildungsbetrieb sein Einverständnis erklären. Einer Teilnahme an der Zusatzqualifikation mit Beginn des ersten Ausbildungsjahr steht dann nichts im Wege.

Mehr dazu und was die anderen sagen ?

Interessante Links zum Thema:

www.ausbildung-plus.de: Online-Portal mit wichtigen Infos zu Zusatzqualifikationen während der Ausbildung sowie einer umfangreichen Anbieterdatenbank

www.bibb.de: Das Bundesinstitut für Berufsbildung stellt gerade auch zum Thema Duale Studiengänge umfangreiche Infos zur Verfügung.

www.bildungsportal.de: Portal des NRW-Schulministeriums und des NRW-Wissenschaftsministeriums mit umfangreichen Infos rund um das Thema Bildung

www.duales-studium.de: Informationsplattform rund ums Thema Ausbildung und Studium, Bewerbungstipps, sowie die Vorstellung entsprechender Hochschulen und Firmen.

www.studienwahl.de: Studien- und Berufswahl Online, Portal der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung und der Bundesanstalt für Arbeit

Literaturtipp:

Kerstin Mucke, Duale Studiengänge an Fachhochschulen - Eine Übersicht, Bertelsmann-Verlag, Bielefeld